Vanezia Blum

Realität vs. Instagram

18. Juli 2015
Guten Abend, Guten Mittag, Guten Morgen,

Wann immer ihr den Post lest, seid gegrüßt!

Ich habe lange nicht mehr gebloggt, ich wollte zwar immer, aber ich habe nie die Zeit dazu gefunden.

Mich beschäftigt seid langem ein Thema.
Die Verwechselung von Instagram und der Realität. Das Spannende an der gesamten Thematik ist: Nicht die Leute auf Instagram wissen nicht mehr was die Realität ist, sondern die Leute in der Realität verstehen den Unterschied zwischen den zwei Begriffen nicht.

Für mich gibt es Instagram: Eine App in der ich freiwillig und gerne mit Leuten mein Leben teile, in der ich selbst bestimmen kann, wie ich mich darstellen möchte und in der ich frei mein Thema entscheiden kann.

Dann gibt es da auch noch die Realität: Mein Leben, indem ich arbeite, studiere, esse, dusche, auf Klo gehe, schlechte Laune habe, gute Laune habe, streite, feier und einfach kurz gesagt - lebe.

Mir fällt es nicht schwer zwischen den beiden Punkten zu unterscheiden. Das Eine kann ich mit einem Knopfdruck schließen und das Andere ist immer da.
In Instagram kann ich alles beeinflussen, da kann ich sein, wer ich gerne sein möchte, da kann ich nur das von mir preisgeben, was die Menschen sehen sollen.
In meinem "echten" Leben geht das nicht. Da kann ich nicht einfach mal einen Knopf drücken und das ganze schließen, wenn ich keine Lust mehr habe.

Ich habe mich ganz bewusst für meine Form der Darstellung entschieden: Ich möchte Echt sein, ich möchte zeigen, was ich heute gegessen habe, erzählen wie ich mich fühle, zeigen was ich mir gekauft habe, was ich trage - ja quasi wie mein eigenes kleines Tagebuch führen.
Ja, ich weiß das dieses "Tagebuch" von 170.000 Menschen gelesen werden kann, aber dafür habe ich mich ja auch entschieden.
Es gibt auch die Form der Darstellung, dass man alles verschönt zeigt, 4 Stunden ein Foto bearbeitet, nochmal 3 Stunden drüber nachdenkt - "Lade ich es jetzt hoch oder nicht". Man kann sich dort auch eine verschöne, abstrakte und wundervoll dekorierte Welt erschaffen UND das ist auch vollkommen ok.

Jeder darf dort in SEINEM Profil machen was ER/SIE möchte.
Niemand hat sich da einzumischen, niemand besitzt das Recht zu sagen, wie es gemacht werden sollte und niemand
Dafür hat jeder seinen eigenen Account, den er nach belieben frei gestalten kann.

Dann gibt es noch eine dritte Gruppe an Menschen.
Die, die nur Instagram haben um zu stalken, zu lästern, hinter dem Rücken zu reden und sich eine Meinung über etwas zu bilden, vor dem Hintergrund nicht Realität und Instagram unterscheiden zu können.

Mich macht das traurig, dass immer mehr Leute nicht verstehen, dass Instagram ein Hobby ist, wie für andere Reiten, Fußball spielen oder Flöte spielen.
Einige sind erfolgreich und andere wiederum nicht - dafür sind sie in etwas anderem gut.

Wie oft ich und andere Blogger wegen Followern - ich betone wegen FOLLOWERN in einer App extremen Neid erleben mussten ist wirklich schade und ein wenig beängstigend.
Es ist nunmal der Lauf der Dinge, dass nicht alle in allen das Beste erreichen können.
Ich habe viele Follower, dafür bin ich nicht so toll in der Uni, du bist dafür toll in der Uni, schreibst gute Note und erzielst da deine Erfolge.
Wenn man auch gerne viele Follower haben möchte, dann tut man was dafür. Macht seinen eigenen persönlichen Account und nicht etwas, was es schon 283456 mal gibt.
Jeder kann in etwas gut sein, dass benötigt nur Zeit, Fleiß, viel Arbeit und Geduld.

Es fällt mir immer öfter auf, dass auch Leute aus dem Umfeld oft nur was mit dir unternehmen möchten, in der Hoffnung man verlinkt sie auf einem Bild.
Leute schreiben einen nach einer gefühlten Ewigkeit an und suchen Kontakt zu dir.
Andere sind wiederum zu dir persönlich kacken-freundlich, reden aber hinter deinem Rücken schlecht über dich.

Weswegen?
Wegen einer App.
Wegen Fotos, die man teilt damit Andere sich daran erfreuen.
Verkehrte Welt.

Es gibt verschiedene Typen von Neidern und Negativen Menschen, welche ich einfach mal ein wenig übertrieben und lustig dargestellt habe.
Ich kenne diese "Typen" entweder selbst oder habe sie bei anderen Instagrammern miterlebt.


1. Die "Alles negativ bewerten und alles total scheiße finden" 

Oft bemerke ich, dass egal was manche Leute machen, mich eingeschlossen,  immer jemand was zu meckern hat. Rette ich Tiere, hasse ich Menschen. Rette ich Menschen, bin ich für das Aussterben der Wale schuld. Esse ich Fleisch, bin ich ein Mörder. Egal was man macht - man macht es FALSCH.
Wieso sind machen Menschen so?
Um sich selbst besser zu fühlen und ihre eigenen negativen Gefühle zu verdrängen und zu unterdrücken.


2.Die "Ältere Frauen & die Nachbarschaft"

Auf einmal redet die ganze Nachbarschaft, die Freundinnen der Mama, die Kumpel vom Daddy und alte Bekannte über dich.
Du bist Gesprächsthema Nummer 1 und sowieso - WIE SCHLAMPIG BIST DU DENN?
Bikinibilder im bösen Internet, ein Kussfoto am Strand mit deinem Freund ist in den Erzählungen auf einmal eine wilde Sexnacht mit Verhaftung und sowieso, "wieso schreibt die alles über sich ins Internet?"
UND VIEEEEEEL zu dünn bist du geworden, meint die Dame von 3 Häusern weiter - "Das sieht ja gar nicht mehr schön aus!"
Wenn sogar Hannelore, 56 Jahre alt, geschieden, dick und unzufrieden mit sich selbst, sich negativ hinter deinem Rücken über dich äußert und dir wenn sie an dir vorbeigehst gaaaanz freundlich "Hallo wie gehts dir denn?" sagt, dann hast du es geschafft.
Eine erwachsene, gestandene Frau ist neidisch auf dich.
Wenn die Freunde deiner Eltern besser über dich Bescheid wissen als deine eigenen Eltern, da sie mindestens 13 mal am Tag auf dein Profil gehen in der Hoffnung neue Informationen über dich zu finden, dann hast du es geschafft.
Du bist unheimlich interessant!

Was tut man dagegen? Gar nichts. Weitermachen, sich ins Fäustchen lachen und vielleicht noch ein weiteres knackiges Bikinibild küssend mit dem Freund am schönen Strand posten!

3.Die  "Hinter dem Rücken ist besser als ehrlich heraus!"

Dann gibt es noch die Menschen, die dir andauernd sagen WIE klasse das eigentlich ist, was du da auf die Beine stellst und sobald du ihnen den Rücken zukehrst, tierisch über dich abkotzen.
Da frage ich mich wirklich jedes Mal: "Ist das dein Ernst?"
Wenn dir doch nicht gefällt was ich dort mache, sage entweder gar nichts oder sage mir einfach das du es kacke findest.
Eine Freundin von mir kann bis heute absolut nichts mit Instagram anfangen, findet es total doof was ich da mache UND wir sind trotzdem immer noch gut befreundet... upppps!
Mir der ehrlichen Schiene fährt man wirklich besser, nämlich hinter dem Rücken reden zeugt von persönlicher Schwäche und Neid.


4. Die "Ich möchte so sein wie du, aber eingestehen werde ich mir das nicht!"

Diese Kategorie an Menschen gibt es sehr, sehr, sehr oft, vor allem in Instagram, Youtube und in allen möglichen sozialen Netzwerken.
Ein Beispiel was ich wirklich sehr oft bei ganz vielen Instagram-Mädels beobachte: Ein Mädchen bewundert eigentlich eine Instagrammerin, aber ihr das offen zu sagen, schreibt sie lieber: "Boah du bist viel zu dünn, du bist viel zu stark geschminkt und überhaupt, das Oberteil ist vieeeel zu sexy!"
Was die Mädels damit eigentlich ausdrücken möchten ist: "Ich finde dich toll! Ich würde auch gerne etwas schlanker sein, aber ich schaffe es nicht meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Und dein Make-up finde ich klasse, aber ich selbst schaffe es nicht mich so zu schminken."

Anerkennung und ehrliche Komplimente zeugen von Stärke und nicht von Schwäche.
Jemanden zu sagen, dass man ihn klasse findet ist ein großer Schritt, der einen persönlich wirklich weiterbringt.
Jemanden zu sagen, dass er zu dünn ist,  obwohl man gerne selber etwas schlanker wäre, zeugt von Schwäche, Neid und Eifersucht.
Um sich selbst besser zu fühlen macht man lieber jemanden runter, anstatt endlich selbst seinen Arsch hochzukriegen und seine Wünsche zu erfüllen!
Wieso? Es ist einfacher etwas schlecht zu reden und dann nichts an seiner persönlichen Situation zu verändern, als etwas öffentlich gut zu finden und seinen Schweinehund zu überwinden und sein Leben zu verändern.


Was alle diese Menschen gemeinsam haben?

Sie haben nicht verstanden was Instagram ist und sie kennen vor allem nicht den Unterschied zwischen der Realität und der Darstellung im Internet.
Man sollte sich nicht von ihnen beeinflussen oder verunsichern lassen, denn das wollen sie nur.
Einfach genauso weitermachen wie bisher!
Instagram soll ja Spaß machen und niemand soll einem vorschreiben, wie man es zu gestalten hat!

Zieht euer Ding durch, postet auf was immer ihr Lust habt, lasst euch von niemanden etwas anderes sagen, außer es ist Mutti, euer Freund oder die beste Freundin, drückt öfter mal den "Aus"-Knopf und genießt die Realität.
Denn egal wie schön eure Instagramwelt ist, das Leben spielt hier, - in der Realität!

Dicke Umarmung,




Vanessa


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