Vanezia Blum

Veggie? Na klar!

19. August 2016
Vor einigen Wochen habe ich mich dazu entschlossen Vegetarisch zu leben.
Einfacher gesagt, als getan.
Ich habe mich dafür entschieden, weil ich nicht länger meine Augen vor den Grausamkeiten der Fleischindustie verschließen konnte.
Schon seit einigen Jahren interessiere ich mich für den Tierschutz, zuerst nur für Hunde & Katzen.
Kein einziges Video ließ meine Auge trocken und beschäftigte mich tagelang.
Irgendwann ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass ich alle anderen Tiere, die nicht mein Haustier sein könnten, als weniger wertvoll erachtete.
Mir war es nie egal woher mein Fleisch kam, aber beschäftigen wollte ich mich  nie mit dem Gedanken! Warum? Weil ich dieses Elend nicht ertragen könnte und es einfacher war, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen.

Ich schämte mich, dass ich bis zu 7x mittags Fleisch aß, dass ich morgens Aufschnitt, mittags billiges Aldifleisch und abends nochmal Salamisticks snackte.
Vor zwei Jahren sah ich eine Dokumentation im TV, die über diverse Fleischproduzenten sprach und dem Zuschauer schnell klar machte, dass wir für 1,99€ nichts außer ein erniedrigtes und gequältes Lebewesen aßen.
Ich sprach das erste Mal über meine Gedanken in einem Instagrambeitrag und erhielt viele hunderte Empfehlungen.

"Vanessa, schau dir "Earthlings " an & entscheide dann für Dich, wie du weitermachen magst!"

Manchmal bereue ich, dass ich mir diese Dokumentation angeschaut habe, denn sie spukt mir seit sehr langer Zeit fast täglich in meinem Kopf herum.
Die Grausamkeit und die Widerwärtigkeit der Menschheit und der Umgang mit einem Lebewesen, welches einfach nur seine Freiheit genießen und sein Leben unbestimmt leben will, war für mich kaum zu ertragen. Rohe Gewalt, regelrechtes Ergötzen am Morden und der Spaß jahrelang zu quälen um unseren Teller zu füllen oder uns zu unterhalten, konnte ich nicht länger akzeptieren.

Ich reduzierte meinen Fleischkonsum drastisch & kaufte anstatt fünf Packungen Hähnchen für 1,90€ nur 400g Hähnchen beim Metzger und bezahlte dafür eben 7€.
Ich fühlte mich eine lange Zeit besser, da ich den Discounter nicht mehr unterstütze, aber das Gefühl für mich etwas zu verändern, dass fehlte mir.
Ich spürte, dass ich drastischere Schritt gehen musste, um das Gefühl zu erreichen, dass ich bei diesem Spaß nicht mehr mitmache.
Ja, ich als eine von 82.000.000 Millionen Personen verändere nichts, denn es wird täglich immer mehr Fleisch produziert und auch konsumiert.

Aber mein Gefühl hat sich verändert.
Ich weiß, dass noch Millionen Menschen weiterhin Discounter-Fleisch kaufen werden, da ihnen das Geld für den Metzger fehlt. Darauf verzichten wollen sie auch nicht, da sie entweder den Gedanken verdrängen oder ihnen es schlichtweg egal ist.
Ich komme mittlerweile sehr gut damit klar, Hähnchen, Rind und Schwein von meinem Teller verbannt zu haben.
Fisch werde ich vorerst weiter essen, da mir sonst nur eine winzige Auswahl an Proteinquellen zur Verfügung steht.
Ich weiß, ein Fisch hat auch Gefühle, aber momentan kann ich es so gut mit mir vereinbaren. Ja, vielleicht ist das Doppelmoral, aber ich habe mich vorerst so entschieden & es war für mich schon ein großer Schritt!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wirklich einfach ist vegetarisch zu kochen & Fleisch zu ersetzen.
Ich musste erst einmal den Gedanken "Heute Mittag essen wir Fleisch mit..." in "Lass uns heute Mittag Gemüsepfanne mit Kartoffeln und Kräuterquark essen!" umwandeln.
Wir haben einfach von klein auf gelernt, dass wir unser Essen ständig um das Fleischstück herum planen, aber wieso?
Ziegenkäse, körniger Frischkäse, Magerquark, Schafskäse und jegliche Ersatzprodukte schmecken doch genauso gut.
Vor allem auswärts fällt es mir sehr einfach Veggie zu essen, da sehr viele Restaurants mittlerweile vegetarische und vegane Küche anbieten.



Ich habe in den letzten Wochen zweimal Fleisch gegessen und beides völlig unbewusst.
Bei Speck mit Ei ist mir erst im Nachhinein aufgefallen, das die kleinen Speckstückchen ja Fleisch sind. Das selbe Problem habe ich mit der Bestellung "Spagetti Bolognese" erlebt und erst beim Essen realisiert, dass ich grade Rind esse.
Ich weiß auch nicht, ob ich den Rest meines Lebens für immer auf Fleisch verzichten werde oder vielleicht irgendwann Veganer werde.
Momentan fühle ich mich gut so wie ich mich ernähre und habe ein befreiendes Gefühl in mir.



Ich möchte niemanden bekehren oder dazu zwingen auch auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten.
Aber ich möchte gerne einige Menschen dazu animieren ihren Konsum von (billigen) und moralisch nicht vertretbarem Fleisch einfach zu überdenken und zu reduzieren.
Müssen wir jeden Tag Fleisch essen? Klare Antwort ist NEIN!
Früher gab es auch nur den qualitativen Sonntagsbraten vom Metzger aus dem Ort.


Ich sage: "back to the roots"und eine klare Entscheidung für die Tiere und gegen die Gewohnheit.













6 Comments

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20. August 2016 um 14:47

Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
20. August 2016 um 14:53

Hey Vanessa,
ich find's super, dass du dich dazu entschieden hast vegetarisch zu leben. Ich wollte dir kurz schreiben, da meine Geschichte nicht anders ist. Meine Familie isst Fleisch. Der eine mehr der andere weniger. Wir achten seit Jahren darauf woher unser Fleisch und unsere Eier kommen. Beim Discounter haben wir lange kein Fleisch mehr gekauft, sondern nur bei dem Metzger "unseres" Vertrauens. Aber selbst das hat mir dann irgendwann nicht mehr gereicht. Meine Eltern waren 3 Monate unterwegs und ich musste mich natürlich selbst versorgen - komisch, dass ich in der Zeit kein Stück Fleisch gekauft habe, bis Aufschnitt vom Metzger. Aber selbst der reduzierte sich nach einiger Zeit, bis ich mir dann auch nochmal dutzende Dokumentationen u. a. auch earthlings angeschaut habe. Jedes mal, wenn ich mir vorstelle Fleisch zu essen, höre ich irgendwo ein Tier schreien und das konnte und wollte ich nicht mehr ertragen. Fisch habe ich wenig gegessen und meist nur in Sushi-Form, aber auch den lasse ich ab sofort weg. Seit Februar bin ich nun Vegetarierin und selbsternannte "Teilzeit-Veganerin" und fühle mich wirklich gut damit. Ich wünsche dir alles Gute für den Veggie-Weg. :) Enjoy.

21. August 2016 um 18:01

Hey 😊
Ich vergolge deine snapchatstory und ehrlich gesagt hab ichs mir schon länger gedacht 😉 und ich muss sagen ich finds wirklich super, dass du über so ein thema sprichst *daumenhoch*
Vegetarisch leben ist wirklich nicht schwer und es gibt soviele köstliche gerichte die man sonst wahrscheinlich nicht probiert hätte, man wird einfach wieder kreativer in der küche 😊 und wie du schon geschrieben hast früher gabs auch nur den sonntagsbraten und die menschen waren gesund. Von zuvielen fleischersatzprodukten würd ich dir aber abraten, da steckt teils soviel chemie drin (und zum teil werden sie auch von fleischerstellern produziert, also unterstützt man diese damit wieder -.-). Man kann als vegetarier gesund aber auch genauso ungesund leben, genauso wie als fleischesser eben aus. Deswegen halt die ersatzprodukte vl einfach in einem minimun weil da soviel drin ist was einfach nicht gesund ist.
Eiweißquellen wären z.b. Magerquark, linsen, kürbis und pinienkerne, erdnüsse, quinoa, tofu usw. Ein argument das für mich persönlich sehr gegen fisch spricht ist die überfischung..
Das einzige was ich echt nicht verstehe ist wie man vergessen kan wo fleisch drin ist (hatte mich da letztens schon darüber aufgeregt, als ich das perfekte dinner schaute und eind meinte sie hat vergessen, dass leberkäse aus fleisch gemacht wird..). Ich bin selbst seit 5 jahren oder etwas mehr vegetarierin und ernähre mich zum teil auch vegan aber sowas ist mir ehrlich noch nie passiert. Was mir schon passierte war, dass ich zb einen salat ohne speck bestellt habe und dann doch einer darunter versteckt war, aber vergessen wo fleisch drin ist hab ich nie. In gewisser weise ist es traurig weil es zeigt wie wenig wir eigentlich darauf achten was wir essen und aus was es besteht. Oft nehmen wir uns ja nichtmal wirklich die zeit zum essen weil es einfach schnell gehen muss.
Dennoch find ich es super, dass du dich dafür entschieden hast auf fleisch zu verzichten. Am ende ist es eh egal was andere sagen, weil du dich damit wohl fühlen musst. Meine mama hat durch mich auch angefangen vegetarisch zu essen und seitdem wir beide so essen, werden wir von meiner schwester und ihrem mann nichtmal mehr zum grillen eingeladen was früher normal war, und das nur weil die beiden etwas gegen unsere einstellung haben.. Vorletztes jahr zu weihnachten hatte wir sie zum essen eingeladen (natürlich vegetarisch gekocht) und wir durften uns die ganze zeit anhören dass das fleisch fehlt und wie gut das steak am vortag war.. Sowas ist schade aber damit muss man auch leben. Ich wünsche dir aber, dass sowas nicht passiert weil es ist dein leben und deine entscheidung und die musst nur du gut finden und sonst niemand 😉

Sorry fürs ignorieren der groß und kleinschreibung, nur bin ich so beim handy einfach schneller 🙈

Anonym
3. September 2016 um 19:40

Daumen hoch für deine Entscheidung. Aber wenn ich dir einen Denkanstoß geben darf, ist Milchverzehr ist ja eigentlich auch nach deiner Ansicht Tierquälerei. Denn die Kälber werden ganz früh von der Mama getrennt und schreien ganz furchtbar nach der Mama (genau so wäre es auch beim Mensch). Die Milchkühe werden außerdem zu oft gemolken als ihnen guttut usw. Es gibt auch noch eine Reihe weiterer Fakten wieso wir auf Milch verzichten sollten, du kannst dich ja einfach mal darüber informieren.

Du hast ja noch kein Kind, aber wer sein Kind stillt, denkt automatisch mehr über die Milchkühe nach.

Stephie
20. Oktober 2016 um 16:48

Hallo Vanessa,

ich glaube das Du es nicht mehr lesen wirst, aber ich finde diesen Post sehr Interessant und gratuliere Dir, dass Du das so gut geschafft hast :)! Es sind wirklich viele tolle Hinweise und Informationen drinnen :).

Ich würde mich auch gerne (mal) vegetarisch ernähren und informiere mich gerade so ein bisschen. Nun meine Frage an Dich: Kannst Du vielleicht demnächst nochmal einen Eintrag erstellen? Wie es Dir nach 3 Monaten geht und ob du irgendwelche Tipps / Tricks hast? Ich bin leider allergisch gegen Soja und irgendwie habe ich Sorge, dass ich viele Produkte nicht zu mir nehmen kann :(.

Ich hoffe Du denkst jetzt nicht, dass ich faule Nuss keine Lust habe mich einzulesen.. aber ich mag Dich, deine Profile und deine Art, wie Du dein Leben lebst. Und ich glaube das du zwar überzeugt bist von der Ernährungsweise, es aber niemanden aufzwingen möchtest (wie Du es ja auch geschrieben hast), weshalb deine Post so ehrlich und ohne Zwang sind.

Es würde mich freuen, wenn noch mal so ein Post kommen würde und verbleibe mit lieben Grüßen :)
Steffi

20. Oktober 2016 um 18:50

Hey :)
hab grad die eine Benachrichtigung bekommen, dass es einen neuen Kommentar gibt.. wusste gar nicht, dass ich diesen Beitrag aboniert hatte. Ich bin jetzt auch nicht Vanessa aber ich leb seit 5 Jahre vegetarisch und vegetarisch leben kannst du auch super ohne Soja (sollte man auch ein wenig kritisch betrachten, wegen der Herkunft und der Genmanipulation usw.). Wenn du keine Kuhmilch trinken möchtest gibt es genügend andere Alternativen, Cashewmilch soll der Sojamilch sehr ähnlich sein und sich auch super für Kaffee eigenen.
Die Fleischersatzprodukte aus Soja muss man ja nicht essen ;) habs oben schon geschrieben, was ich dazu denke und dass ich sie nicht super finde aber jeder muss das selber wissen. Es geht auf alle Fälle auch ohne :)
Schau mal bei Julesvogel vorbei, sie hat soweit ich weiß auch eine Sojaunverträglichkeit und hat auch einige super Rezepte auf dem Blog.
Vegetarisch ist wirklich kein Problem mit Sojaallergie, bei einer veganen Ernährung könnt ich es mir etwas komplizierter vorstellen, weil ja recht häufig normale Milch dann mit Soja ersetzt wird. Ist aber auch möglich.
Probiers einfach mal aus und wenn du dich gut fühlst kannst du es immer noch lassen, nur nicht zu früh aufgeben wenn du es wirklich möchtest und einfach ein wenig probieren.

liebe Grüße Julia




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